PAZIN ist eine Stadt im Mittelistrien, gebildet um die Burg am Fels, unter
welchem das Pazin-Bach in den Untergrund hinuntertaucht. Die Stadt wird in einer Urkunde
des Otto II aus 963 erwähnt (Castrum Pisinum)
Der Abgrund des Bachs Pazin?ica - die Grotte - ist dank seiner Einmaligkeit zum
Naturschutzgebiet erklärt worden.
Die Burg ist eine zweistöckige Festung irregulären Grundrisses mit dem Innenhof. Ihr
gegenwärtiges Aussehen entstand grossenmassen im 15. und 16. Jh. als Folge häufiger
Umbauten. Die ursprüngliche Festung war ausgedehnt, mit einem Viereckturm, Stadtmauern,
die auch die umgebenden Häuser umfaßten, und einer romanischen zur Madonna eingeweihten
Kapelle. Über den Festungsgraben wurde einst die Zugbrücke benutzt. Die Errichtung des
Halbkreisturmes (mit dem Durchgang im Unterbau) machte die Burg noch sicherer.
Aus der Burg verwaltete man die Pazin-Grafschaft, ein großes Lehnsgut, das 1374 von der
österreichischen Dynastie Habsburg übernommen wurde.
Im Mittelalter wurde die Burg zusätzlich verstärkt. Im 18.und 19. Jh. jedoch folgen die
Abbauarbeiten: Das Bollwerk ums Plateau über der Grotte wird niedergerissen, der Graben
und die Zugbrücke sind nicht mehr nötig und in der ersten Hälfte des 19. Jh. geht die
Spitze des Viereckturmes weg. Die Zimmer erhalten neue Fenster, mehr Licht, die Burg
öffnet sich zur Ortschaft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Burg zum Museumraum und von da an unterbringt das
Ethnographische Museum Istriens, das Pazinstadtmuseum und dient als Lagerhaus des
Geschichtsarchives.
Der französische Schriftsteller Jules Verne benutzte dieses Milieu für seinen Roman
Mathias Sandorf?. In seiner Schilderung der Burg und der Grotte bediente er sich angeblich
einer ihm vom Paziner Bürgermeister gegebenen Photographie..
Die Paziner Grotte ist das herrlichste Beispiel der Evolution der Karsthydrographie und
-morphologie Istriens?. Die Untergrundforschungen haben Galerien und Seen großer Tiefe
entdeckt. Senkrechte Felsen ragen bis ein Hundert Meter empor und die von der Natur
geschöpften Höhlen weisen interessante Eigenschaften auf. Wenn es stärker regnet
entsteht ein See um die Grottenöffnung und ganz große Niederschläge verursachen
Überflutungen.Die ersten Fachforschungen des Untergrundes wurden am Ende des letzten
Jahrhunderts vorgenommen (Martel und Putick, 1896). |