Führend unter den Denkmälern der sakralen Architektur sind die
Pfarrkirche zum hl. Nikolaus und das Franziskanerkloster zur hl. Mariä Heimsuchung.
Die Pfarrkirche zum Hl. Nikolaus wurde 1266 als ein einfaches Bauwerk mit offenem
Glockenturm aufgebaut. Im Jahre 1441 wurde ein spätgotisches Sanktuarium mit der
netzgewölbten Decke zugebaut. Das Gewölbe ist mit Fresken eines unbekannten Meisters aus
der Schule der Alpenwerkstätten (wahrscheinlich aus Tirol) bemalt. Das Baujahr des
Sanktuariums ist auf der lateinischen Inschrift mit dem ältesten Wappen Pazins
angeführt.
Durch spätere Umbauten hat die Kirche, geweiht 1764, ihr heutiges Aussehen erhalten. Von
Anbeginn an hat sie den Präpositurstatus genossen. Die ältesten aus dem 17. Jh.
(Tommasini, Petronio, Valvasor) stammenden Schilderungen betonen ihre Schönheit und das
Reichtum der Sakristei und der Innendekoration. Sieben bestehende Altare stammen aus dem
17. und 18. Jh. Der Hauptaltar ist dem hl. Nikolaus geweiht (derjenige aus 1418 war der
Gottesmutter geweiht). Die Grabsteinplatten erinnern an die alten Sitten der Bestattung in
der Kirche oder in ihrer unmittelbaren Nähe.
Unten im Glockenturm aus 1705 befindet sich ein Durchgang, der einst den Zutritt zu der
mit der Steinmauer umgebenen Kirche verschaffte.
Das
Franziskanerkloster wurde 1481 gegründet und der Aufbau der Kirche wurde zwischen 1463
und 1477 vollendet. Die Franziskaner erweiterten sie und die Weihung erfolgte 1484. Schon
fertig um diese Zeit war auch das Klostergebäude mit 12 Zimmern, einer Apotheke, einem
Spital und einer Bibliothek.
1717 erhält das Kloster einen neuen Flügel mit dem Refektorium, damals dem größten
Saal in der Stadt. Seit 1781 ist die Grundschule und seit 1836 das Gymnasium tätig.
Die Klosterkirche ist ein rechteckiges Einschiffsgebäude mit einem polygonalen gotischen
Sanktuarium, einer Seitenkapelle (aus 1729) und einem Glockenturm - die südlichste
Widerspiegelung der Kreiner Gotik?, wie sie bezeichnet wird. Im Jahre 1536 wurde für den
Hauptaltar ein Polyptychon des Malers Girolamo Santacroce angeschafft. Schöne
Barockexemplare sind zwei Statuen der Immaculate.
Vor der Kirche gab es den Klosterfriedhof, der Ende des 18. Jh. aufgehoben wurde. An
seiner Stelle wurde 1816 ein Denkmal anläßlich des Sieges über die Franzosen errichtet,
bestehend aus Kanonenkugeln, die die Franzosen beim Rückzug in die Grotte weggeworfen
hatten.
Am anderen Ende dieses Platzes steht das Gebäude des Staatsgymnasiums, des ersten in
Istrien mit Unterricht in der kroatischen Sprache (aus 1899). |